Eine gradlinige Frau

Leserbrief zum Artikel «Wertschätzung erhalte ich schon gar nicht» im Zürcher Oberländer vom vom 23. November 2017.

Sie stellt mit acht Leuten die grösste Vertretung im Wetziker Parlament: Die Schweizerische Volkspartei. Und darunter ist gerade mal eine einzige Frau. Susanne Poschung. Sie ist eine selbstständige Frau, die auch schon viel Schweres durchgemacht hat. Sie hilft wo sie kann, sie geht auf die Menschen zu, ist neugierig und engagiert. Sie hat Ideen – zum Beispiel für eine neue Weihnachtsbeleuchtung, sie unterstützt mitunter auch wirklich soziale Projekte – zum Beispiel die Verteilung der Pro Juventute Elternbriefe, sie ist in der GRPK aktiv und recht dossierfest dabei.

 

Mutig

Sie politisiert im anderen Lager als ich, aber ich habe sie kennen und schätzen gelernt. Und ich bewundere ihren Mut, ihre Gradlinigkeit und ihr Engagement. Und genau diese einzige Frau will die SVP nun aus ihren eigenen Reihen verstossen, degradiert sie auf einen hinteren Listenplatz, will sie zum Schweigen bringen. Klar ist eine solche Frau in einem Gremium von Kopfnickern unbeliebt, eine Frau, die ihre eigene Meinung hat, eine Frau, die Vorstösse wagt, die nicht bei jeder Abstimmung den Kopf dreht, um zu sehen, wo sie die Hand auf- halten soll und wo nicht.

 

Schwierige Situation

Für Susanne Poschung und Thomas Azadian wird es im Frühling schwierig sein, wieder gewählt zu werden ohne eine starke Partei im Rücken. Ich hoffe aber sehr, dass sie die Wahl als Bisherige trotzdem schaffen und ich wünsche mir vom Stimmvolk, dass es die SVP für ihren unsolidarischen Umgang mit ihren Mitgliedern – mit Frauen – abstraft. Ich wünschte mir, dass das Stimmvolk nur Parteien wählt mit Frauen und Männern, die mutig und aktiv sind, die Frauen fördern. Partei- en, in denen selbstständiges Handeln und eine eigene Meinung unterstützt wird. – Mach’s gut, Susanne!