Staatliche Unterstützung für Heinz Egolf ?

Ausgerechnet Egolf ! Ausgerechnet er wirft der Stadt ein zu geringes Engagement fürs Gewerbe vor. Heinz Egolf, der nicht bekannt ist für konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadt und sich wenig ums Stadtbild schert, macht die Stadt dafür mitverantwortlich, dass einer seiner Ladenmieter – der Interdiscount – auszieht.

 

Egolf jammert, dass es immer schwieriger werde, Mieter zu finden, und er die Mietpreise schon reduzieren musste. Gilt hier denn nicht das Prinzip von Angebot und Nachfrage? Wie ist das mit dem freien Markt, der für optimale Verhältnisse sorgt? Wenn Egolf jetzt nach staatlicher Hilfe ruft, fühle ich mich im falschen Film.

 

Heinz Egolf hätte es in der Hand, für eine Aufwertung in der Umgebung seines Gebäudes an der Bahnhofstrasse zu sorgen: nämlich indem er den Umbau der Trompete auf der gegenüberliegenden Strassenseite nicht länger torpedieren würde. Selbstverständlich ist es sein gutes Recht, bis vor Bundesgericht zu rekurrieren – und sich damit selbst zu schaden.

 

Wenn das Geschäft nicht mehr rund läuft für Egolf beziehungsweise seine Mieter, soll die Stadt also Anreize schaffen und für Werbung sorgen. Womit soll sie diese Anstrengungen denn finanzieren ? Mit Steuergeldern vielleicht ? Und wer soll sich bei der Stadt um die Werbung kümmern ? Etwa der vor vier Jahren von den Bürgerlichen weggesparte Standortförderer ?

 

Vielleicht wächst angesichts des Ladensterbens an der Bahnhofstrasse langsam die Einsicht, dass eine zubetonierte und totgesparte Stadt unattraktiv ist.

 

Barbara Spiess

 

SP Gemeinderätin, Wetzikon