Häusliche Gewalt

Votum Brigitte Meier Hitz am 11. Juli 2022

Liebe Anwesende
Der Stadtrat schreibt ihn seiner Erklärung zur Nicht-Entgegennahme des Postulats, dass er zwar
das Angebot des Frauenhauses schätze, aber nur bereit sei etwas zu bezahlen, wenn der Bedarf
für Wetzikon vorhanden sei. Mir kommt diese Haltung vor wie Trittbrettfahren. Die anderen (in
diesem Fall – andere Gemeinden) finanzieren und sichern den Betrieb des Frauenhauses und
Wetzikon profitiert davon, ohne sich an der Sicherung des laufenden Betriebs zu beteiligen. Ist
das die feine Art einer Zentrumsgemeinde im Zürcher Oberland?
Wie ich schon bei der Überweisung des Postulates gesagt habe, weiss ich von den
Verantwortlichen des Frauenhauses, dass Wetzikon selbst bei den Kostengutsprachen für einzelne
Frauen sehr zurückhaltend ist. Und weil die Finanzlage von Wetzikon offenbar angespannt war,
wurden seit 2014 von Wetzikon keine Betriebsbeiträge mehr an das Frauenhaus bezahlt. Wie wir
wissen und an der letzten Parlamentssitzung von Henry Vettiger gehört haben, hat sich in der
Zwischenzeit die Finanzlage seit einiger Zeit wieder entspannt. Wenn der Stadtrat wirklich gewillt
wäre, könnte er es sich längst wieder leisten, einen jährlichen Betrag an das Frauenhaus zu
bezahlen.
Der Bericht des Stadtrates ist sehr knapp, obwohl der Vorstoss von der Mehrheit des Parlaments
überwiesen wurde. Sorry, aber ihr wollt einfach nicht mehr Geld ausgeben für die wichtige
Unterstützung von Frauen und Männer mit ihren Kindern in Notsituationen. Ich schäme mich echt
für diese Haltung der Mehrheit der Wetziker Exekutive, mindest von der früheren
Zusammensetzung.
Wenigstens ist der Stadtrat konsequent und behandelt Frauen und Männer gleich. Wir haben es
gehört, auch für das Männerhaus im Kanton Zürich will der Stadtrat keinen Startbeitrag leisten,
weil dazu noch nie ein Gesuch in Wetzikon eingereicht wurde. Die Statistik macht doch vor den
Toren von Wetzikon nicht Halt! Gemäss Beobachter sind 30 Prozent der Opfer häuslicher Gewalt
Männer.
Was aus meiner Sicht der Gipfel der Erwägung des Stadtrates ist für die Begründung, warum er
nicht gewillt ist, sich finanziell zu beteiligen, ist der abgelehnte Budgetbetrag des Parlaments.
Habt ihr da genau hingehört, was von den Parlamentarier*innen die Begründung war? Es wurde
klar gesagt, dass durchaus die Notwendigkeit einer Mitfinanzierung der Frauen- und
Männerhäuser gesehen wird, aber man wollte die Antwort des Stadtrates abwarten und können
den Betrag immer noch im folgenden Jahr aufnehmen.
Ich bitte euch daher, die Notwendigkeit einer regelmässigen Unterstützung einzusehen und dem
Antrag des Stadtrates nicht zu folgen und den Bericht nicht abzuschreiben.

 

 

 

 

Votum Brigitte Meier Hitz an Parlamentssitzung 11. Juli 2022